Planerische Intelligenz

 

Großzügige Raumaufteilung

Der gesamte ebenerdige Teil der Gebäude besteht aus Wohn-, Küchen- und Essbereichen. Der Wohnbereich ist über zwei Treppenstufen abgesenkt, wodurch eine innere Topografie und interessante Blickbeziehungen entstehen.
Großformatige Glasschiebeelemente verbinden die innere Wohnlandschaft mit dem Garten. Über eine zentrale Treppenskulptur mit dem offenen Kamin erreicht man die Schlafbereiche im Obergeschoß, welche privaten Rückzug mit dem Ausblick in den Garten verbinden und über den offenen Gemeinschaftsbereichen zu schweben scheinen.
Die privaten Rückzugsräume im Obergeschoss sind flexibel und maßstäblich so angelegt, dass sie sich als Schlaf-, Kinder-, Gäste- oder auch als Arbeitsräume eignen. Gleichzeitig liegen sie ruhig zum Garten hin und bieten einen Ausblick ins Grüne. Neben diesen Panoramazimmern befinden sich auf der Etage ebenfalls ein Bad, ein WC und eine Ankleide.
Die Wohnhäuser „An der Obstwiese“ verfügen über ein zusätzliches Untergeschoß, das flexibel nutzbar ist. Dessen vom Garten gut belichtetes Hauptzimmer mit Bad kann als Hobbyraum, private Spa oder anderweitig genutzt werden. Weiterhin befinden sich im UG die Technik- und große Lagerräume. Auch das Erdgeschoss bietet neben dem Eingangsbereich mit Garderobe und Gäste-WC einen sowohl von der Straße als auch von der Küche begehbaren Lagerraum. So können Einkäufe und Besorgungen vom Auto aus direkt in den Lagerraum transportiert werden.
Unter den Auskragungen des Obergeschosses befindet sich straßenseitig ein geschützter Außenraum mit Ladeinfrastruktur für Elektromobilität und gartenseitig ein überdachter Außenbereich als Wohnraumerweiterung in den Garten.
Der geräumige Raumzuschnitt eignet sich für das Familienleben genauso wie für repräsentative Ereignisse im privaten oder professionellen Bereich.

Gesunde Materialien

Besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Verwendung nachhaltiger und gesunder Materialien. Holz, Holzfaserdämmung und Lehmputz bestimmen Konstruktion und Oberflächen und stehen sowohl für Natürlichkeit und Gesundheit, als auch für vollständige Wiederverwertbarkeit bzw. Rezyklierfähigkeit. Die Kaminskulptur mit Treppenaufgang zwischen Erd- und Obergeschoss ist als wärmendes Zentrum des Hauses vollständig in Lehmputz gekleidet, welcher neben seinen raumklimatischen Eigenschaften für ein natürliches Ambiente sorgt. Gleiches gilt auch für alle Flurbereiche im 1.OG.

Enge Verknüpfung von Innen- und Außenbereichen

Nicht nur in der Verwendung natürlicher Materialien und in der Realisierung eines regenerativen Plus-Energie-Gebäudes, sondern auch im erlebbaren Raumkonzept spiegelt sich eine Philosophie, in der der Mensch Teil seiner erlebten Umwelt ist.
Durch die deckenhohe Verglasung im Erdgeschoss entsteht eine größtmögliche Transparenz zwischen Innen und Außen. Der Übergang zwischen den Innenräumen und dem privaten Grün wirkt dadurch zäsurlos – Architektur und Garten bilden ein Kontinuum. Es gibt keine streng voneinander abgegrenzten Raumbereiche sondern sinnvoll angeordnete räumliche Abfolgen, die hinsichtlich Gestalt, Nutzung und Form spezifisch gestaltet sind und szenographisch aufeinander reagieren können. Somit werden neue Zusammenhänge und Wohnerlebnisse geschaffen. Auch innerhalb der geschützten Innenräume entsteht der Eindruck vom „Leben im Grünen“. Diese Integration von Wohnlandschaft und grünen Freiräumen ermöglicht ein vielseitiges Wechselspiel zwischen Gebäude und Freiraum. In der räumlichen Einheit gleichwertig ausgestalteter Bereiche wird der Garten Teil des Wohnzimmers.

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Wohnbereich mit Blick in den Garten
 

Energie durch Technik

Das Bauprojekt „Holistic Living“ ermöglicht verantwortungsbewusstes Wohnen durch intelligente Haustechnik. Dank der hohen Dichte effizienter Einzelkomponenten entsteht ein Plus-Energie-Haus – dieses integrale Energiekonzept realisiert bereits heute unsere Ansprüche an ein mobiles, gesundes und verantwortungsbewusstes Leben der Zukunft.
Die Häuser sind als Plusenergiehäuser geplant. Dies bedeutet, dass sie mehr Primär- als auch Endenergie bereitstellen als für Ihre Nutzung benötigt wird. Zur Umsetzung dieses Konzepts wurden folgende technische Maßnahmen ergriffen:

  • Die elektrische Energie wird durch Photovoltaikanlagen auf dem Dach gewonnen
  • Die Energie für Heizung und Warmwasser wird durch Erdwärmepumpen bereitgestellt (die erforderliche elektrische Energie kommt aus den Photovoltaikanlagen). Im Sommer wird die Erdwärmepumpe zum Kühlen genutzt.
  • Die Heizung der Räume erfolgt über eine Fußbodenheizung und in den Bädern zusätzlich über Handtuchheizkörper
  • Eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für die Reduzierung der Wärmeverluste durch Lüften und für die Regulierung der Luftfeuchte
  • Es gibt ein Energiemanagementsystem inkl. Batterie zur Reduzierung der täglichen Lastspitzen. Wärmepumpen, Kühlschränke, Geschirrspüler, Ladestationen der Elektroautos sollen in Tageszeiten mit geringem Verbrauch elektrischer Energie eingeschaltet werden.
  • Es kommen lediglich energieeffiziente Haushaltsgeräte und Beleuchtungsmittel sowie wassersparende Armaturen zum Einsatz
  • Der von den Mietern selbst genutzte Strom der Solaranlage ist kostenfrei. Nebenkosten für Heizung, Warmwasser und Strom können dadurch drastisch gesenkt werden.
  • Für das Gartenwasser wurden eine Grauwasser-Nutzungsanlage und eine Regenwasserzisterne installiert
  • Ein Bus-System ermöglicht durch Gebäudeautomatisierung eine Steigerung der Energieeffizienz; dies geschieht durch Steuerung der Lüftung, des Sonnenschutzes, der Heizung und der sommerlichen Kühlung.

In der weiteren Abstimmung kann festgelegt werden, welche Kennwerte der Gebäudeautomatisierung auf einem Display in den Wohnbereichen oder auf einem Smartphone sichtbar sein sollen, dazu können zählen: Raumtemperatur, Ertrag der Photovoltaikanlage, Ladestand des Elektroautos, Ladestand der Batterie, Wetterdaten, aktueller Energieverbrauch des Gebäudes, Lichteinstellungen, Einstellungen des Einbruchs- und Brandschutzes.

Vergleich: Energiebedarf und -gewinn (kWh pro Jahr)

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Die von dem Ingenieurbüro Happold GmbH ermittelten Werte beziehen sich auf einen durchschnittlichen Energieverbrauch und gelten nur als Richtwerte. Es kann keine Gewähr für die Richtigkeit übernommen werden. Haftungsansprüche sind grundsätzlich ausgeschlossen.